2. Platz Fußgängerzone und Marktplatz Solingen-Ohligs

SOLINGEN-OHLIGS Wir freuen uns sehr über den zweiten Platz im freiraumplanerischen Wettbewerb “Umgestaltung der Fußgängerzone und Marktplatz” in Solingen-Ohligs. Unser Konzept “Ohligser Linien” konnte hier überzeugen. Die besondere städtebauliche Qualität und räumliche Sequenz zwischen Bahnhof und Markt im „geschwungenen“ Stadtraum mit gründerzeitlicher Architektur steht im Mittelpunkt der Entwurfsgedanken. Dem Umgang mit der historischen Bausubstanz wird mit einem charmanten, zurückhaltenden Freiraumkonzept mit hoher Aufenthaltsqualität Rechnung getragen.

Ein Spaziergang entlang Ortes der Vielfalt mit unterschiedlichsten Angeboten wird durch einen reduzierten und einheitlichen Kanon der Ausstattung und Materialien unterstützt. Die ‚Ohligser Linien‘ fungieren als Leitband und fassen eine respektvolle Vorzone in mittelgroßen, hellgrauen Betonsteinpflasterformaten. Sie erzeugen ein Wechselspiel mit dem baulichen Rahmen, der aus zwei- bis dreigeschossigen, gründerzeitlichen Gebäuden und Baudenkmälern besteht. ‚Dürpelsteine als Lesezeichen‘ markieren in diesem Vorzonenband die Baudenkmäler sowie Querverweise zu Nutzungen und wichtigen Personen im Stadtumfeld. Das Leitband rahmt den Innenbereich ein, der als primärer Laufweg zu verstehen ist. Hier wurde ein Formatwechsel von schmal bis breit in einem dunkleren Grauton gewählt, um den Hauptweg zu stärken. Hier findet Aufenthalt, Spiel und Flanieren statt. Baumpakete sequenzieren die Fußgängerzone und bilden Raumfolgen. Dabei wird der Knotenpunkt im Bereich des Brunnens betont und erhält eine eigene Identität. Die Setzung erfolgt locker in vierer Verbänden und lässt somit Raum für die vielfältige Bespielung der Fußgängerzone als ‚Bühne des Stadtlebens‘. Schlichte Informationsstelen und eine gleichmäßige Ausleuchtung sorgen für gute Orientierung und Nutzbarkeit in den Abendstunden. Durch die Entwässerung im V-Profil werden die Übergänge zu den Eingängen so hochgezogen, dass bis zu zwei Eingangsstufen zu den Geschäften wegfallen. Es wird somit eine Barrierearmut geschaffen. Für die Läden, welche einen dreistufigen Eingang besitzen, gibt es die Möglichkeit den Höhenausgleich über Rampen in das Gebäude hinein auszugleichen. Das Gesamtbild der Auslagen und der Außengastronomie wird über ein Gestaltungshandbuch einheitlich und ruhig festgelegt.
Die Fußgängerzone Solingen-Ohligs wird zukünftig wieder als einheitlicher Freiraum differenzierter Atmosphären erlebbar. Ein gliedernder und ruhiger Belagsteppich aus barrierearmen und hochwertigem Betonsteinpflaster verbindet und kennzeichnet die Ohligser Fußgängerzone als Ganzes. Der Ohligser Markt wird durch das Aufgreifen der Materialität integrativer Bestandteil der Gesamtgestaltung.

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