2. Preis – Städtebaulicher Wettbewerb „Wohnquartiersentwicklung Hasenkopf“ in Marburg

Gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten von MOLA haben wir unter dem Titel „Landschaftshöhe Hasenkopf Marburg“ den 2. Preis gemacht! Für die Wohnquartiersentwicklung haben wir ein nachhaltiges und naturnahes Quartier entworfen, in dem man in Nachbarschaften wohnen kann.

Ausgehend von einer zentralen und aufs Mindestmaß reduzierten Erschließung, liegen sechs unterschiedlich große Nachbarschaften im Landschaftsraum. Die Gebäude sind versetzt zueinander angeordnet, sodass von allen Gebäuden der Weitblick in die Landschaft gewährleistet ist. Mit einer drei bis vier geschossigen Bauweise handelt es sich hierbei um eine Bebauung mittlerer Dichte.

Das Quartier ist von drei nord-süd ausgerichteten Intensivgrünachsen geprägt. Neben ökologischen Funktionen haben sie im Wesentlichen eine Naherholungsfunktion. In der mittleren Hauptachse gelangt man von den interkulturellen Kleingärten im Süden, über Spielbereiche in der Quartiersmitte zum Aussichtspunkt am Hasenkopf.

Die Anbindung in das Quartier erfolgt über die Georg-Elsner-Straße. Um den Versiegelungsgrad gering zu halten, ist die Erschließung im Quartier auf ein Minimum reduziert. Die zentrale Erschließung orientiert sich an der Topografie und ist barrierearm gestaltet. Die Gestaltung des Straßenraums folgt dem Shared-Space-Prinzip. Am Quartierseingang und an der Quartiersmitte sind multifunktionale Mobilitätsstationen positioniert. Sie beinhalten Stellplätze für den ruhenden Verkehr, Bike- und Carsharingangebote sowie E-Ladestationen für Autos und Fahrräder.

Durch den hohen Grünanteil wird das Quartier den Ansprüchen an Klimaschutz und Klimaanpassung gerecht. Die Intensivgrünachsen fungieren als Kaltluftentstehungsgebiete bzw. Kaltluftschneisen. Sie sorgen zudem für eine ausreichende Belüftung des Quartiers. Die privaten Grundstücke weisen einen geringen Versiegelungsgrad auf und ermöglichen wie die Dachbegrünung ein hohes Maß der oberflächennahen Versickerung.

Im Fokus der Planung liegt die Schaffung von Nachbarschaften und Begegnungsräumen. Der Quartierseingang, die Quartiersmitte und die Nachbarschaftstreffs sind öffentliche Bereiche in denen Interaktion, Austausch und Gemeinschaft möglich sind. Das Nachbarschaftsgefühl wird zudem durch innenliegende und geschützte Gemeinschaftshöfe gefördert. Soziale Einrichtungen wie Gemeinschaftsräume, eine Fahrradwerkstatt, Bäckerei und Café sowie die Kita bespielen die Begegnungsräume und tragen zur Identifikation der Bewohner mit dem Quartier bei.

Die Jury sagt: “Aus der klimaökologischen Perspektive handelt es sich um einen sehr guten Beitrag. Insgesamt lässt die städtebauliche Figur mit den angebotenen grünen Strukturen eine gute Verzahnung mit den angrenzenden Freiräumen und dem Landschaftsraum erwarten.”

Auftraggeber: Magistrat der Universitätsstadt Marburg

Leistungen: Städtebaulicher Realisierungswettbewerb

Flächengröße: ca. 9,4 ha

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